Ein Blick auf die verschiedenen Arten der Energieerzeugung und die erstaunliche Leistung eines Hamsters in Wattstunden
Am 8. November 2023 wurden 11 neugierige Männer der MännerSache Knonau im Rahmen eines faszinierenden Ausflugs in die Welt der Stromerzeugung zum Stromhaus Burenwisen des EKZ in Glattfelden von Paul Löhrerempfangen, ebenfalls ein Knonauer und ehemaliger Leiter Bau, und somit ein profunder Führer für diesen Abend.
Das Stromhaus ist ein schon in den 1976er Jahren stillgelegtes Kraftwerk, wird aber glücklicherweise nicht abgerissen oder abgegeben, sondern vom EKZ als Museum und Bildungsstätte erhalten.
Paul führte die Männer durch die Geschichte dieses Kleinods des EKZ und gab einen Überblick über die aktuelle und zukünftige Energieversorgung.
1878 wurde das weltweit erste Kraftwerk der Welt in Paris zur damaligen Weltausstellung in Betrieb genommen. Bereits 1879 folgte das erste Kraftwerk der Schweiz in St. Moritz. Das Kraftwerk Glattfelden wurde 1922 vom 1890 von der Gesellschaft für Elektrizität AG Bülach übernommen und wurde 1925 komplett umgebaut.
Die heute noch zu besichtigende Kaplanturbine stammt aus dem Jahr 1925, ist also fast 100 Jahre alt. Um die grossen Belastungen der rotierenden Turbine aus Stahl aufzufangen, war deren Lager aus Hartholz (Pockholz) und musste regelmässig gewechselt werden. Die Turbine, die 240 kW lieferte, ist heute geöffnet und die Männer inspizierten interessiert das Innere. Sie reichte damals zur Versorgung von knapp 300 Haushalten. Beim heutigen viel höheren Energieverbrauch der Haushalte würde das bei weitem nicht mehr ausreichen.
Der Betrieb des Kraftwerkes mit einer Turbine benötigte damals fünf Mann, heute unvorstellbar. Besonders im Unterlauf wurde die Energie der Glatt für viele Wasserkraftwerke genutzt. Nach grossen Überschwemmungen im Jahr 1968 wurden mit der beschlossenen Renaturierung der Glatt diese Wasserkraftwerke und damit auch das Kraftwerk Burenwisen stillgelegt.
Kein Land nutzt die Wasserkraft so stark wie die Schweiz, die reich an Flüssen und Seen ist. Neue Kraftwerke werden weitmöglichst als Regel- oder Pumpspeicherkraftwerke zur effektiven und sogar mehrmaligen Nutzung des Wassers gebaut. Das seit knapp 10 Jahren am Netz befindliche Pumpspeicherkraftwerk Linth-Limmern war über fast zwei Jahrzehnte die grösste Baustelle der Schweiz.
Anschliessend tauchte die Gruppe in die Welt der Solarenergie, Windkraft und Biomasse ein.
Diese machen nur etwa 2% des Schweizer Energiemixes aus. Davon wiederum ein kleiner Anteil wird aus Biomasse gewonnen, wie in der Biomasseanlage in Ottenbach. Aber hier macht quasi „auch Kleinvieh Mist“, und das sogar CO2-neutral, da in der Schweiz nicht extra Pflanzen zur Energiegewinnung angebaut werden, sondern vorhandene, sonst ungenutzte Biomasse verwendet wird.
Zudem werden immer mehr und grössere Windkraftanlagen installiert. Das EKZ besitzt sogar Anteile von Anlagen in Spanien.
Die Sonne liefert ein Mehrfaches an Energie, als die Schweiz benötigen würde. Ein Teil davon lässt sich mit Photovoltaikanlagen nutzen, beispielsweise als Solaranlagen bei Eigenheimen auf dem Hausdach. Aufgrund geänderter Belastungen müssen dann vom Stromversorger oftmals die Versorgungsleitungen angepasst werden, bis hin zum Ausbau oder gar Neubau von Transformatorstationen, bevor dieseAnlagen in Betrieb gehen können.
Im Stromhaus konnten die Männer auch eine Sammlung aller Haushaltsgeräte, Lampen, Heizungen, erste Kocher und sogar einen der ersten Geschirrspüler besichtigen. Interessant waren auch die zerstörten Exponate, die aus defekten Installationen stammten.
Zum Schluss konnten einige Männer noch am Ergometer selbst Strom erzeugen und erfahren, welche Energie und vor allem Ausdauer nötig ist. Filme zeigten beispielsweise einen Hochleistungssportler der eine Toastscheibe leicht anzurösten vermochte. Die Männer erreichten eine Leistung von ca. 300 W, der Sportler mehr als das Doppelte. Ein Hamster wiederum schafft ca. 1 W, mit 1000 Hamstern könnte man also einen Staubsauger oder einen Wasserkocher betreiben.
Doch nicht nur die Stromerzeugung selbst, sondern auch die effiziente Nutzung wurde am Beispiel verschiedener Generationen von Strassenlaternen gezeigt. Heute wird mit halbem Energieeinsatz eine deutlich bessere Ausleuchtung erreicht.
Im Stromlabor kann man ausprobieren, wie Strom erzeugt wird und auch – auf sichere Art – Strom spüren. Leider ging die Zeit zu schnell um, als dass die Männer hier in Ruhe hätten experimentieren können.
Es war ein unvergesslicher Abend, den die Männer bei einem offeriertem Apéro und reger Diskussion abschlossen. Mitte 2024 wird die Männersache Knonau eine Exkursion zum heutigen Wasserkraftwerk Dietikon unternehmen. Interessenten können sich gern melden an MännerSacheKnonau@gmx.ch und werden frühzeitig über das genaue Datum informiert.












































































































