Rückblick | Männergruppe erkundet die Welt der Stromerzeugung im Stromhaus Burenwisen

Ein Blick auf die verschiedenen Arten der Energieerzeugung und die erstaunliche Leistung eines Hamsters in Wattstunden

Am 8. November 2023 wurden 11 neugierige Männer der MännerSache Knonau im Rahmen eines faszinierenden Ausflugs in die Welt der Stromerzeugung zum Stromhaus Burenwisen des EKZ in Glattfelden von Paul Löhrerempfangen, ebenfalls ein Knonauer und ehemaliger Leiter Bau, und somit ein profunder Führer für diesen Abend.

Das Stromhaus ist ein schon in den 1976er Jahren stillgelegtes Kraftwerk, wird aber glücklicherweise nicht abgerissen oder abgegeben, sondern vom EKZ als Museum und Bildungsstätte erhalten. 

Paul führte die Männer durch die Geschichte dieses Kleinods des EKZ und gab einen Überblick über die aktuelle und zukünftige Energieversorgung.

1878 wurde das weltweit erste Kraftwerk der Welt in Paris zur damaligen Weltausstellung in Betrieb genommen. Bereits 1879 folgte das erste Kraftwerk der Schweiz in St. Moritz. Das Kraftwerk Glattfelden wurde 1922 vom 1890 von der Gesellschaft für Elektrizität AG Bülach übernommen und wurde 1925 komplett umgebaut.
Die heute noch zu besichtigende Kaplanturbine stammt aus dem Jahr 1925, ist also fast 100 Jahre alt. Um die grossen Belastungen der rotierenden Turbine aus Stahl aufzufangen, war deren Lager aus Hartholz (Pockholz) und musste regelmässig gewechselt werden. Die Turbine, die 240 kW lieferte, ist heute geöffnet und die Männer inspizierten interessiert das Innere. Sie reichte damals zur Versorgung von knapp 300 Haushalten. Beim heutigen viel höheren Energieverbrauch der Haushalte würde das bei weitem nicht mehr ausreichen.

Der Betrieb des Kraftwerkes mit einer Turbine benötigte damals fünf Mann, heute unvorstellbar. Besonders im Unterlauf wurde die Energie der Glatt für viele Wasserkraftwerke genutzt. Nach grossen Überschwemmungen im Jahr 1968 wurden mit der beschlossenen Renaturierung der Glatt diese Wasserkraftwerke und damit auch das Kraftwerk Burenwisen stillgelegt. 

Kein Land nutzt die Wasserkraft so stark wie die Schweiz, die reich an Flüssen und Seen ist. Neue Kraftwerke werden weitmöglichst als Regel- oder Pumpspeicherkraftwerke zur effektiven und sogar mehrmaligen Nutzung des Wassers gebaut. Das seit knapp 10 Jahren am Netz befindliche Pumpspeicherkraftwerk Linth-Limmern war über fast zwei Jahrzehnte die grösste Baustelle der Schweiz.

Anschliessend tauchte die Gruppe in die Welt der Solarenergie, Windkraft und Biomasse ein.
Diese machen nur etwa 2% des Schweizer Energiemixes aus. Davon wiederum ein kleiner Anteil wird aus Biomasse gewonnen, wie in der Biomasseanlage in Ottenbach. Aber hier macht quasi „auch Kleinvieh Mist“, und das sogar CO2-neutral, da in der Schweiz nicht extra Pflanzen zur Energiegewinnung angebaut werden, sondern vorhandene, sonst ungenutzte Biomasse verwendet wird.
Zudem werden immer mehr und grössere Windkraftanlagen installiert. Das EKZ besitzt sogar Anteile von Anlagen in Spanien.
Die Sonne liefert ein Mehrfaches an Energie, als die Schweiz benötigen würde. Ein Teil davon lässt sich mit Photovoltaikanlagen nutzen, beispielsweise als Solaranlagen bei Eigenheimen auf dem Hausdach. Aufgrund geänderter Belastungen müssen dann vom Stromversorger oftmals die Versorgungsleitungen angepasst werden, bis hin zum Ausbau oder gar Neubau von Transformatorstationen, bevor dieseAnlagen in Betrieb gehen können.

Im Stromhaus konnten die Männer auch eine Sammlung aller Haushaltsgeräte, Lampen, Heizungen, erste Kocher und sogar einen der ersten Geschirrspüler besichtigen. Interessant waren auch die zerstörten Exponate, die aus defekten Installationen stammten. 

Zum Schluss konnten einige Männer noch am Ergometer selbst Strom erzeugen und erfahren, welche Energie und vor allem Ausdauer nötig ist. Filme zeigten beispielsweise einen Hochleistungssportler der eine Toastscheibe leicht anzurösten vermochte. Die Männer erreichten eine Leistung von ca. 300 W, der Sportler mehr als das Doppelte. Ein Hamster wiederum schafft ca. 1 W, mit 1000 Hamstern könnte man also einen Staubsauger oder einen Wasserkocher betreiben.

Doch nicht nur die Stromerzeugung selbst, sondern auch die effiziente Nutzung wurde am Beispiel verschiedener Generationen von Strassenlaternen gezeigt. Heute wird mit halbem Energieeinsatz eine deutlich bessere Ausleuchtung erreicht.

Im Stromlabor kann man ausprobieren, wie Strom erzeugt wird und auch – auf sichere Art – Strom spüren. Leider ging die Zeit zu schnell um, als dass die Männer hier in Ruhe hätten experimentieren können.

Es war ein unvergesslicher Abend, den die Männer bei einem offeriertem Apéro und reger Diskussion abschlossen. Mitte 2024 wird die Männersache Knonau eine Exkursion zum heutigen Wasserkraftwerk Dietikon unternehmen. Interessenten können sich gern melden an MännerSacheKnonau@gmx.ch und werden frühzeitig über das genaue Datum informiert.

Rückblick | Ein Japangefühl in Knonau

Am 21. Juni 2023 trafen sich mehr als 15 Männer zu einer besonderen Veranstaltung in der ersten und unsere Wissens bisher einzigen Sakebrauerei  der Schweiz: „YamaSake“ in Knonau Vorderuttenberg.

Die Gruppe der Männersache Knonau wurde von Sakebrauer Oliver Weibel empfangen, von dem die Männer viel über Geschichte und Produktion des Sake erfuhren, bevor sie durch die kleine Brauerei geführt und sich die Details anschauen und erklären lassen konnten. 

Ein Teil der Gruppe hatte schon Kenntnisse zu Sake, jedoch nicht vertieft. Zudem existieren viele Klischees über das 1000-jährige Getränk. Es ist kein Reiswein. Er wird weder wie Wein vergoren noch gebrannt sondern gebraut. Er ist also eher ähnlich einem Bier in der Herstellung und wird kühl wie Weisswein aus eher kleinen Gläsern getrunken.

Die Geschichte des Sake in der Schweiz begann mit einem japanischem Kochbuch und dem wachsendem Interesse für japanische Kultur sowie einer ersten Reise nach Japan vor knapp 20 Jahren. Schliesslich wurde vor 5 Jahren der Entschluss gefasst, selbst Sake zu brauen. In Knonau wurde hierfür ein geeigneter Ort gefunden.

Die Zutaten sind wichtig für eine gute Qualität. Zuerst der Reis, der speziell poliert wird, wobei für sehr guten Sake-Reis die Hälfte oder gar bis zu 80% des Reisgewichts verloren geht. In Europa ist dieser polierte Reis bislang nicht erhältlich und wird ebenso wie der spezielle Edelpilz und die Hefe aus Japan eingeführt. Zum Brauen wird Schweizer Wasser verwendet, das einen viel höheren Härtegrad als in Japan hat und somit einen besonderen Schweizer Geschmack bringt.

Der polierte Reis wird speziell gedämpft, danach beginnt im Gegensatz zum Bier der Brauprozess mit einer Starterkultur, es folgt eine grössere Kultur, bis schliesslich der Ansatz, der gesamte Reis und das Wasser in einem Tank vergoren werden. Es laufen somit zwei Prozesse, eine doppelte Fermentation, ab. Nach ca. einem Monat ist der Gärprozess abgeschlossen und die Sake kann reifen.

Zum Brauen werden fast 50% Reis als Rohstoff benötigt, welcher nach der Gärung als wertvolles Nebenprodukt übrigbleibt. Dieser so genannte Sake Kasu kann weiter für Suppen, Saucen oder auch Desserts verwendet werden. In Japan in jedem Lebensmittelgeschäft erhältlich, und nun auch in Knonau.

Der Besichtigung schloss sich eine Sake-Verkostung und ein reichhaltiger, sehr feiner japanischer Apéro riche an. Beides bot für die Teilnehmer ungewohnte Geschmacksvarianten in grosser Vielfalt. Die feinen Speisen wurden vom japanischen Private Chefkoch Masayuki Ito meisterlich zubereitet. Lange wurde noch untereinander und mit Sakebrauer Oliver Weibel diskutiert, bevor nach kurzweiligem Abend der Heimweg angetreten wurde.

Es war ein unvergesslicher Abend , an dem die Männer einen kleinen Teil der vielfältigen japanischen Kultur und Tradition erfahren konnten.

Rückblick | Das materielle Gedächtnis der Schweiz

Am 29. März 2023 trafen sich mehr als 20 Männer im Hof des Sammlungszentrums des Schweizerischen Nationalmuseums in Affoltern am Albis, neugierig was sich hinter den mit rostigen Stahlplatten verkleideten Gebäuden verbirgt.

Die Gruppe wurde von Herrn Stefanutto empfangen, der durch die Anlage führte. Durch Umnutzung des ehemaligen, 1985 erbauten Zeughauses in Affoltern am Albis entstanden, bringt die Anlage nun Sammlungen aus den früheren acht an unterschiedlichen Orten gelegenen Depots des Schweizerischen Nationalmuseums zusammen. Beim Umbau wurde auf einen niedrigen Ressourcenverbrauch geachtet. Es wurde so viel wie möglich von den vorhandenen Gebäuden verwendet. Damit konnten die Baukosten für den gesamten Komplex bei 35 Mio. CHF gehalten werden. Durch eine sehr gute Isolierung kann die auf dem Dach installierte Solaranlage zusammen mit einer Wärmepumpe mittlerweile bis zu 50% der benötigten Energie liefern.
Zum Schutz der Kulturgüter werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Gebäude in definierten Grenzen konstant gehalten.

Die Aussenhülle des Baus besteht aus rostigem Stahl. Diese symbolisiert Kraft und Beständigkeit und damit die Bewahrung der hier gelagerten Kulturgüter für die Ewigkeit. Der Rost symbolisiert den Wandel von Kulturgütern und zeigt den Gegensatz zwischen Vergänglichkeit und Bewahrung von Kulturgütern.
Aus technischen Gründen sind die Stahlplatten zweiteilig. Die Trennlinie zwischen unterem und oberem Teil zeigt das Höhenprofil der Schweizer Grenze, beispielsweise sind Genfer See und Matterhorn zu sehen.

Eine Uhr im Eingangsbereich des Dienstleistungszentrums zeigt die Zeit seit der Eröffnung im Jahr 2007 an.

Bei unserem Besuch 5623 Tage!

Die Gruppe erwartete nun gespannt, auch die beiden anderen Gebäude zu sehen: die Restaurierungs- und Konservierungswerkstatt und das eigentliche Depot.

Beeindruckend ist die Grossrestaurierung. Momentan stehen dort zwei Objekte: eine komplettes Täferzimmer im Art Deco Stil, 1922 an der Exposition national d’art appliqué in Lausanne gezeigt, und eine ebenfalls vollständige achtteilige Theaterkulisse. Diese wurde in einem Schlosses am Genfer See gefunden und seinerzeit dort für Privataufführungen verwendet. Die Restaurierung ist besonders schwierig, da die einzelnen Teile beidseitig bemalt sind. Damit liessen sich vier Szenenbilder darstellen: eine Küche, ein Salon, ein Garten französischer Art und eine Ruine. Genutzt und bespielt wurde das kleine Theater von den Bewohnern des Schlosses. Die Arbeit an einem Objekt kann sich als sehr aufwändig herausstellen. Sie muss sorgfältig geplant und neue Techniken müssen ausprobiert werden. Oft wird an mehreren Objekten gleichzeitig gearbeitet.

Die Arbeiten dienen dem Erhalt des Kulturgutes, und um die Objekte für Ausstellungen vorzubereiten.
Heute werden Kulturgüter möglichst im Originalzustand belassen und so gelagert, dass dieser erhalten bleibt. Muss etwas restauriert werden, soll klar zu sehen sein, was original ist und was ausgebessert wurde.

Mehr und mehr wird auch die digitale Vergangenheit ein Thema. Daten lassen sich nur schlecht unabhängig von einem Medium und notwendiger Technik speichern. Die langfristige digitale Aufbewahrung fordert auch das Schweizerische Nationalmuseum.

Anschliessend ging es ins eigentliche Depot. Die meisten Neuzugänge stammen aus Erbschaften oder Schenkungen. Sie werden nach ihrer Bedeutung für die Schweizer Geschichte und bezüglich ihrer Einzigartigkeit beurteilt. Bedeutsame Stücke werden aufgenommen und verlassen das Depot nur noch als Leihgabe für Ausstellungen. Eine Abgabe oder ein Verkauf ist nicht vorgesehen. Bei Verdacht auf Schädlingsbefall kommen neue Objekte zuerst in eine achtwöchige Quarantäne, um das Einbringen von Schädlingen auszuschliessen.

Das Depot beherbergt 870 000 Objekte. Zwar ist noch etwas Platz vorhanden, doch um den Auftrag vom Bewahren von Kulturgut zu erfüllen, muss auch an den zukünftig benötigten Platz gedacht werden, weshalb eine Erweiterung schon in Planung ist.

Welche der vielen Gegenstände konnte die Gruppe sehen?

Einen Tennisschläger von Roger Federer und das erste Natel mit Power für ein Telefonat von 3 Minuten und einem Neupreis von 16 000 CHF (vor 45 Jahren).

Besonders Ende des 19. Jahrhunderts sammelte man historische Zimmer. Einige wenige sind im Landesmuseum Zürich ausgestellt. Die meisten davon sind in Affoltern am Albis neben einer grossen Anzahl interessanter historischer Möbel eingelagert.

Eine grosse Waffensammlung, insbesondere von Hellebarden, wurde seitens Kanton und Stadt Zürich dem Sammlungszentrum als sogenannte Morgengabe zur Gründung des Schweizerischen Landesmuseums überlassen.

Vorbei an vielen Kutschen, Schlitten und Kanonen ging es zu einem wiederaufgebauten Büroraum der ehemaligen Seidenfirma Abraham. Das Textilarchiv besteht aus mehreren tausend Einzelstücken, mehrheitlich Stoffmuster aller gefertigten Textilien. Die Firma belieferte einst grosse Modelabel wie Yves Saint Laurent, Christian Dior, und viele andere, bevor sie 2002 in Konkurs ging.

Damit endete der fast 90-minütige spannende Rundgang durch das Sammlungszentrum.

Mit grossem Applaus bedankte sich die Gruppe bei Herrn Stefanutto für die interessante Führung. Ein Teil der Gruppe beschloss den Abend in gemütlicher Runde in der Bar break.ch in der Nähe des Sammlungszentrums.

Rückblick | Neujahrs-Raclette-Plausch 2023

Zum inzwischen vierten Mal trafen wir zum Neujahrs-Raclette-Plausch im Knonauer Schützenhaus. 😊

Diesmal war es nur eine kleine Gruppe von 8 Männern.

Vielen Dank wieder an unseren Gastgeber Jürg!

Er verwöhnte uns mit 16 verschiedenen Sorten von feinem Käse!

Es war ein gemütlicher Abend. 

Der nächste Anlass findet wahrscheinlich im März statt.
Wir planen einen Besuch des Depots des Nationalmuseums in Affoltern a.A.

Rückblick | Vortrag „Was macht eigentlich ein Polizeipsychologe“

Liebe Männer 

Jetzt konnten wir nach langer Zeit wieder zu einem Vortrag in die Stampfi einladen.

Es war ein sehr interessanter Abend mit Horst Hablitz. Wir hatten einen Kollegen vom Anzeiger zu Gast, unten könnt ihr seinen Bericht lesen, den wir dankenswerter Weise auf unserer Webseite veröffentlichen dürfen.

Der interessante Vortrag gab Diskussionsstoff. Wir waren noch fast 2 Stunden bei Bier und Bratwurst am Diskutieren.

Hier der Bericht:

Einer, der Polizistinnen und Polizisten hilft

Der Polizeipsychologe Horst W. Hablitz in Knonau

Er ist da, wenn Polizistinnen und Polizisten nach belastenden Einsätzen Beistand brauchen, bei Rekrutierungen, in der Polizeischule und bei Weiterbildungen: Horst W. Hablitz sprach in Knonau über seine Arbeit als Polizeipsychologe.

 «MännerSache Knonau» ist kein Verein, sondern eine Gruppierung, die seit rund zehn Jahren verschiedenste Veranstaltungen organisiert. So gastierte am Dienstag der Polizeipsychologe Horst W. Hablitz in der Stampfi. Vor über 35 Jahren von Deutschland hergezogen, besitzt er seit 15 Jahren den Schweizer Pass. Seine Laufbahn als Polizeipsychologe begann nicht wie üblich als Polizist; als Krankenpfleger kam er in die Schweiz. Und schliesslich als Betriebs- und Organisationspsychologe «ohne Stallgeruch» zur Kantonspolizei Aargau, wo er während 18 Jahren für ein Corps von 1100 Mitarbeitenden, einschliesslich Regionalpolizei und Zivilangestellte, zuständig war und sich – wenn nötig – auch deren Familienmitgliedern annahm. Seit knapp eineinhalb Jahren ist er pensioniert und als Berater tätig.

Beigezogen wurde Hablitz auch bei Rekrutierungen. Von 150 Interessierten, die zweimal jährlich rekrutiert werden, schafften es die ersten 20 der Rangliste in die interkantonale Polizeischule. «Waren wir vom 20. nicht vollständig überzeugt, so selektionierten wir nur 19», fügt er bei und spricht von einem aufwendigen Verfahren, das auch korrekte Rechtschreibung einschliesst. Als «harter Hund» habe der Kommandant bei Anwärtern auch keine Tätowierungen erlaubt. Mit Blick auf den Rückgang an Interessierten wird vielleicht die eine oder andere Schraube gelockert.

Resilienter dank Meditation und Yoga

Die Ausbildung in der interkantonalen Polizeischule Hitzkirch dauert zwei Jahre. Auch die Regionalpolizei wird dort ausgebildet. Und da ist auch Psychologie angesagt, wenn es darum geht, Todesnachrichten zu überbringen. Etwas irritierend, dass er dies sein «liebstes Fach» nennt, daneben aber auch Gewicht legt auch Menschenrechte und Ethik. In dieser Richtung gings bei Horst W. Hablitz auch bei der Weiterbildung von jungen Polizistinnen und Polizisten. Er spricht von Achtsamkeitslehre, Wertschätzung, sogar von Meditation und Yoga für Beamte. «Das macht sie resilienter, widerstandsfähiger. Leider hat bei diesem Ausbildungszweig Corona einen Riegel geschoben», sagt er, der auch von der Transaktionsanlayse begeistert ist.

Seine Philosophie habe er auch bei Kader-Assessments für Leute mit Ambitionen und bei Weiterbildungen «hineingeschmuggelt» und dort unter anderem das Fach Kommunikation gelehrt. «Polizeibeamte und -beamtinnen müssen bei schwierigen Einsätzen und bei Bagatellen reden können. In «Kriegszeiten», also im Notfall: «streng». In «Friedenszeiten: «nicht im Kasernenhofton». «Das klappt im Aargau ganz gut». Selbst an Demos, wie er mit Beispielen aufzeigte – und auch dann, wenn die Aargauer an Einsätzen in anderen Kantonen mit dem vom Kommandanten verordneten Käppi aufkreuzten. Und überhaupt: Das Verhältnis zwischen Bürgerinnen und Bürger und der Polizei sei gut. Das habe er während 55 Stunden im täglichen Polizeieinsatz gesehen und von beiden Seiten nie unangemessene Reaktionen erlebt. Die Frage aus dem Publikum, ob es im Corps auch solche mit Neonazi-Gesinnung gebe, konnte Hablitz nicht beantworten. «Das weiss ich nicht. Wenn ja, dann wären das sehr gute Undercover-Leute». Sein Fazit: «Wir haben sehr gute Polizistinnen und Polizisten».

«Debriefing ist Körperverletzung»

Über 700 Mitarbeitende hat Horst W. Hablitz in seinen 18 Jahren bei der Kapo Aargau beraten – bei kleinen und grossen Problemen, aber nie wegen übermässigem Alkoholkonsum. «Das ist im Corps kein Problem.» Natürlich gehört auch Notfallpsychologie dazu, wenn es bei Unfällen oder Suiziden um Tote geht, wenn dann sogar die «Hartgesottenen» belastet, ja sogar traumatisiert sind, was der Fachmann mit dem Blick in die Augen feststellen kann. In einem Fall sei er, in jüngeren Jahren, selber traumatisiert gewesen: als eine Frau mit ihrem Kleinkind vor den Zug gesprungen ist. «Da habe ich bei Chef geweint».

Der Polizeipsychologe ist ausschliesslich für Polizistinnen und Polizisten da, derweil sich Care-Teams und Seelsorger um Opfer und Angehörige kümmern. Bei seinen Einsätzen setzte Hablitz nicht auf Debriefing. «Das ist Körperverletzung, wenn nach belastendem Einsatz im Beisein von anderen auf emotionaler Ebene gesprochen wird. Er zieht Defusing vor, also die nicht emotionale Ebene unter Vermeidung von Gefühlen, bei der es um die chronologische Wiederherstellung von belastenden Ereignissen geht. Womit sich, so sagt Hablitz, posttraumatische Belastungsstörungen vermeiden lassen.

Legende:

Referent Horst W. Hablitz (Mitte), flankiert von den «MännerSache»-Organisatoren Peter Hergesell (links) und Mirko Windisch. (Bild Werner Schneiter)

Quelle: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Rückblick | Besichtigung Zuger Depot Technikgeschichte

Knonauer auf Spuren der Technik in der Region

10 Interessierte trafen sich zur Veranstaltung der Männersache Knonau in Neuheim (ZG) im Zuger Depot Technikgeschichte.

Der Depotvertreter Lorenz Strickler begrüsste die Teilnehmer vor der grossen Ausstellungshalle. Das dreistöckige Gebäude wird seit 2009 als Zuger Depot Industriegeschichte genutzt. Verschiedene Vereine betreuen die Sammlung mit vier Schwerpunkten: Feuerwehr, Industriegeschichte, öffentlicher Verkehr und Militärgeschichte.

Die Führung durch die Fahrzeugsammlung begann mit einem der beiden Stars aus dem öffentlichen Verkehr. Der Orion, ältestes europäisches Nutzfahrzeug aus dem Jahre 1899, und in der Halle gleich am Eingang, wo Fahrzeuge aus allen Ausstellungskategorien gezeigt werden, verkehrte von 1904 bis 1913 als Bus mit 12 Sitzplätzen zwischen Zug und Menzingen. Damals über Umwege, denn die Tobelbrücke wurde erst 1910 gebaut. Er ist wie die meisten Fahrzeuge im Depot funktionsfähig, man kann beispielsweise an den Tagen der offenen Tür eine Runde mit ihm fahren.
Der Abend war begrenzt, rasant ging es durch die riesige Sammlung. Zu den wichtigsten Exponaten hatte Lorenz detaillierte technische Daten parat und wusste viele Episoden zu erzählen.

Für den Brückenpanzer beispielsweise musste die Garage in den Berg erweitert werden. Der 43 Tonnen schwere Panzer mit seiner etwa 20 Meter langen Brücke war einfach zu gross für die Halle. Wenn er heute auf den grossen Vorplatz herausgefahren wird, muss die angrenzende Strasse gesperrt werden. Weitere interessante militärhistorische Ausstellungsstücke, vom Velo bis zum Militärsanitärfahrzeug, vom Gewehr bis zur Kanone und bis zur Ausrüstung der Soldaten gab es zu bestaunen.

Im Depot werden neun historische Feuerwehren gezeigt, unter anderem ein spezielles Ölwehrfahrzeug oder der mit einer Unzahl von Spezialanbauten versehene Rüstkraftwagen „Muni“ aus dem Jahre 1957.

Aus dem Bereich öffentlicher Verkehr beeindruckte besonders die Buskombination, bestehend aus 3 Fahrzeugen: Triebfahrzeug, Personenanhänger und „Milchanhänger“ für Milchkannen, Fahrräder und anderes Gepäck.

Die Industriegeschichte wird im Obergeschoss präsentiert. Telekommunikation von der Morsetaste über Telegrafen bis zu einer grossen Auswahl historischer Telefone. Den funktionsfähigen, über eine Fahrradkurbel angetriebenen Generator zum Betrieb der Funkanlage im Feld, konnte die Gruppe ausprobieren. Nicht zum Telefonieren, aber es wurde genügend Strom zum Betrieb von zwei Lampen erzeugt.

Zudem wurden Exponate vieler Zuger Firmen gezeigt: Rittmeyer, Inducta, Papierfabrik Cham, Kistenfabrik Zug, Spinnerei und Email- und Metallwarenfabrik Zug, an deren Ort heute das Metalli Einkaufszentrum steht.

Besonders erwartet wurde der Ausstellungsteil der elektrischen Apparate, meist der Energiemessung der Firma Landis+Gyr, vor 126 Jahren in Zug gegründet. Einige Männer haben eine besondere Beziehung zu diesem Teil der Sammlung: sie lernten, arbeiteten bzw. arbeiten immer noch in diesem Unternehmen. Die ältesten Ausstellungsstücke sind vom Ende des 19. Jahrhunderts. Es wird die gesamte Geschichte dieser speziellen Technik von elektromechanischen Zählern gezeigt, von den ersten elektronischen Geräten aus den 1970er Jahren bis hin zu den heute aktuellen, neuesten Geräten.

Zum Schluss ging es wieder zum Verkehr und die Führung endete mit dem zweiten Highlight: dem Elefanten. Diese Strassenbahn löste den Orion im Jahr 1913 ab und verkehrte bis 1955 zwischen Zug und Menzingen bzw. Oberägeri.

So konnten die Knonauer Männer beim abschliessenden Nachtessen in der Fahrzeughalle über eine Menge Erlebnisse an diesem Abend sprechen. Leider konnte in den über 2 Stunden vieles nur am Rande betrachtet werden, aber am 10. September am Tag der offenen Tür des Depots besteht einen ganzen Tag lang die Gelegenheit, weitere Exponate der Technikgeschichte im Detail zu erkunden.

Rückblick | Erneut den Spuren auf der Spur

Vor einigen Jahren gastierte ein Forensiker bei der Männersache in Knonau, und nun erkundeten die Männer das Kriminalmuseum der Kantonspolizei Zürich. Gut gestärkt vom feinen Nachtessen in einem Restaurant wurde die 14-köpfige Gruppe im Polizeigebäude im Kasernenareal Zürich von Martin Wermuth begrüsst.

Die vielen Exponate machten neugierig, doch zunächst gab es eine Einführung und einen interessanten Film zur Geschichte des Museums und einen Einblick in die heutige Arbeit der Kantonspolizei.

Das Museum wurde 1901 gegründet, um mit ausgestellten Exponaten wie Waffen, Einbruchswerkzeug und aufgebrochenen Tresoren Polizeischüler in ihrer Ausbildung zu unterstützen. Heute, 120 Jahre später, erfassen 3D-Scanner die Tatorte, die man mittels Virtual Reality Brille immer wieder nachträglich wieder virtuell  betreten kann.

1958 wurde das Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wurde seitdem von über einer halben Million Besuchern besucht.

Das erste Gefängnis in Zürich war ein in der Limmat stehender Turm. Da einst zur Abschreckung Todesurteile verhängt wurden, wurden Verurteilte beispielsweise verbrannt oder lebend und gefesselt in der Limmat versenkt. Das Böse sollte so aus der Stadt hinweggeweht oder weggespült werden. Das war mühsam, und nachdem sich zu Zeiten der Französischen Revolution die Guillotine mit etwa 40 000 Hinrichtungen „bewährt“ hatte,  legte sich 1839 auch Zürich eine Guillotine zu. 1865 wurde in Zürich die letzte Hinrichtung vollstreckt. Da die Todesstrafe kantonal geregelt war, und der Kanton Zürich die Todesstrafe abschaffte wurde die Guillotine nach Schaffhausen und später nach Luzern verkauft, wo sie noch heute im Historischen Museum ausgestellt ist.

Spannend wurde auch der Arbeitstag eines heutigen Fahnders erzählt, der meist am Morgen noch nicht weiss, was auf ihn zukommen wird: Ermittlung bei Serienüberfällen, Suche nach Vermissten, Verhinderung von Kindesentführungen und vieles mehr.

Leider wird nicht wie im Kriminalfilm jeder Fall in 45 oder 90 Minuten gelöst, und die Kommissare laufen auch nicht im Mantel über den Tatort wie in alten Filmen.
Um der Männersache einen realen Eindruck eines heutigen Schutzanzugs zur Vermeidung von Spuren zu vermitteln, durfte ein Teilnehmer einen kompletten Schutzanzug mit Schuhen, Handschuhen und Maske anlegen.

Gezeigt wurde auch eine Waffe wie ein Klischee: der Spazierstock. Mal ist es einfach ein Spazierstock, mal nach einem kleinem Dreh am Knauf ein Gewehr, ein Bajonett oder ein stahldornenbesetzter Schlagstock. Man bekam den Eindruck, dass, wer früher viel von Feinmechanik verstand, entweder Uhrmacher oder eben ein sehr spezieller Waffenbauer wurde.

Dann gingen die Männer selbst auf Tätersuche in den ausgestellten  Kriminalfällen. Einer der spektakulärsten war ein Banküberfall in der Bahnhofstrasse, bei dem die Täter durch den Bahnhof hindurch verfolgt wurden. Wie sich herausstellte, waren die Täter RAF-Terroristen und international gesucht.

Vorbei ging es auch an vielen verschiedenen (Spezial-)Waffen, Falschgeld, Werkzeug zum Türschlossknacken, gefälschten Goldbarren, geknackten Tresoren und Utensilien zu einem Zürcher Postraub. Dieser wurde geklärt, die Täter in der Schweiz, in Europa sowie in den USA gefasst. Ein Grossteil der geraubten Millionen ist jedoch immer noch verschwunden, vielleicht weil  die damalige Geldserie inzwischen ungültig und somit wertlos ist.

Ebenfalls viel zu erzählen gab es über den Angriff auf eine  israelische Passagiermaschine im Flughafen Zürich-Kloten.

Zudem wurde ein Fall einer einbetonierten Leiche erzählt. Ein Teilnehmer der Männersache war damals als Anwalt involviert. Der Tote sollte in Säure aufgelöst werden, doch die Polizei fand die Leiche zuvor, ansonsten wäre der Fall unlösbar geworden.

Es war ein sehr spannender und gelungener Abend, die Zeit verging schnell, und die Gruppe konnte längst nicht alle Exponate im Detail anschauen. Demnächst zügelt die Kantonspolizei Zürich in ein neues Gebäude. Ein Platz für das Museum ist leider noch nicht gefunden. Die Männer gehörten somit zu den letzteren Besuchern. Nach Voranmeldung und als Gruppe besteht noch bis Ende Mai 2022 die Möglichkeit das Museum zu besichtigen. Danach vermutlich erst in ca. 2 Jahren wieder.

Rückblick | Besichtigung Kloster Kappel

Nach langer Pause fand am 30.September wieder eine Veranstaltung der Männersache Knonau statt: der Besuch des Klosters Kappel.

Die Gruppe wurde von Pfarrer Volker Bleil im Kloster empfangen und begann mit einem Rundgang. Das Gespräch führte schnell zur seit Jahren in der Bevölkerung diskutierten Mauer, die an einer Klosterseite wiedererrichtet werden soll.
Das Kloster wurde 1185 gegründet und hat seitdem bei weitem mehr erlebt als die heftigen Mauerdiskussionen der letzten Jahre.

Das Klosterleben war stets anders als das weltliche Leben rund um das Kloster, jedoch auch ein Spiegel der jeweiligen Zeit. Zeitweise gab es Standesunterschiede, zum Beispiel Mönche erster und zweiter Klasse, nämlich die geweihten Priestermönche und die Laienmönche.
Innerhalb der Kirche war sogar das Klosterschiff durch eine inzwischen entfernte Mauer voneinander getrennt.
Für alle Mönche galt hingegen das Motto „Ora et Labora“. Auch das Beten galt für alle, die Arbeiten wurden von den Priestermönchen – mit Ausnahme der Erntesaison – an die Laienmönche „ausgelagert“.

In den ersten Jahren erhielt das Zisterzienserkloster Unterstützung der Stifterfamilie und anderer Adliger. Im 12. und 13. Jahrhundert war es eine Art Jugendbewegung der Reichen, das Leben im Schloss mit dem im Kloster zu tauschen.
Damit erhielt das Kloster in dieser Zeit auch viele Stiftungen an Grundstücken und anderen Gütern sowie Geld.

Die Teilnehmer waren inzwischen auf ihrem Rundgang in der Klosterkirche angekommen, ein hoher Bau, der innen sehr schlicht ausgestaltet ist.
Als Gestaltungselemente fallen hauptsächlich das Chorgestühl und die in Holzverzierungen und Schlusssteinen der Gewölbe dargestellten sogenannten Grünen Männer auf: Männergesichter, deren Haare mit Blättern dargestellt wurden, ein verbreitetes Element im Mittelalter.

Das Gedankengut der Reformation hat sich im Kloster frühzeitig entwickelt, zeitgleich mit Zwingli. Kappel war ein Hotspot der Reformation.
1527 wurde in der Kirche eine Kanzel errichtet, von der die Bibel auf verständliche Art und auf Deutsch ausgelegt wurde.
Das Kloster löste sich schliesslich auf, Bilder wurden aus der Kirche entfernt, die Heilige Messe abgeschafft. Das Kloster wurde zum Bildungshaus, zuerst zu einem Knabeninternat. Im Grundsatz eine reformierte Einrichtung, jedoch in der Tradition der Zisterzienser.
Der damals neu errichtete Taufstein trägt noch heute deren Wappen. Mit der Abkehr von der prächtigen Ausgestaltung kehrten die Zisterzienser zurück zu ihren Wurzeln.

Die Männergruppe verliess die Kirche zum Kreuzgang und ging weiter zu den Klostergärten. In einem Teil werden in Zusammenarbeit mit der Stiftung „ProSpecieRara“ alte, heute nicht mehr gebräuchliche Planzenarten gezüchtet, um standortspezifische Kulturpflanzen zu erhalten und die Artenvielfalt zu erhalten.
Der andere Teil ist einem alten Heil- und Kräuter-Klostergarten nachgestaltet mit verschiedenen Abteilungen, besipielsweise Küchenkräuter und Teegarten. Zudem Bereiche mit Kräutern für einzelne Körperfunktionen wie Verdauung, Geist, Haut, Nerven…
Im September geht die Gartensaison zwar dem Ende entgegen, aber die verschiedenen Gerüche der Kräuter konnten noch deutlich wahrgenommen werden.
Dieses Gartenabbild des Menschen rundete die Vorstellung ab, Gott lebe in der ganzen Welt, hier und auch in anderen Religionen, wenn auch teilweise in anderer Deutung.

Damit endete die sehr interessante Führung von Pfarrer Bleil. Bei einem feinen Apéro und Znacht im Klosterkeller schlossen die Teilnehmer den lehrreichen, interessanten und gemütlichen Abend ab.

Rückblick | Neujahrs-Raclette-Plausch

Ab dem zweiten Mal ist es bereits Tradition, unser zweiter Neujahrs-Raclette-Plausch im Knonauer Schützenhaus. 😊
Vielen Dank an unsere Gastgeber Jürg und Urs.

Rund 20 Männer hatten zusammen einen sehr gemütlichen Abend mit zünftigem und feinem Raclette und angeregten Gesprächen.

Zum Beispiel haben wir uns auch über Themen für die kommenden Termine unterhalten.
Leider werden wir aus gegebenem Anlass für Frühjahr/Sommer 2020 keine Veranstaltungen organisieren. Aber sobald es die Situation wieder erlaubt, haben wir dank euren Inputs genügend Material für einige Anlässe. 😊

Das meiste Interesse fanden die folgenden Ausflugsziele

  • Kriminalmuseum Zürich
  • Lenkwaffenstellung Gubel Menzingen
  • Knüsel Landmaschinen Küssnacht
  • Maxon Motor Sachseln

und folgende Vortragsthemen:

  • Astrophysik
  • Burnout
  • Politik, Geschichte

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit euch allen.
Passt auf euch auf und bleibt gesund! 

Thomas, Peter und Mirko